Erfolgreiche Tage am Poso-See

Der erste Tag in Sulawesi/Indonesien kann beginnen und nach 12 Std. Flug von Frankfurt nach Singapur und etwas Aufenthalt in den Wolken wegen Gewittern, geht es nach kurzem Aufenthalt und Anschlussflug weiter nach Jakarta wo wir zu Chris Lukhaup gestoßen sind der schon ein paar Tage länger in Asien unterwegs war. Nach kurzer Erholung und Nahrungsaufnahme geht es jetzt um kurz nach 12 Uhr Ortszeit für kurze 2,5 Std. zum Erholen ins Bett und dann klingelt der Wecker schon wieder und wieder zum Flughafen um weiter nach Makassar/Sulawesi zu fliegen.

Von Makassar geht es dann auf eine ca. 12-stündige Autofahrt zu unserem ersten Ziel dem Poso-See wo wir nach einigen schon bekannten Wirbellosen suchen und hoffen auch einiges neues zu entdecken. Wir sind ziemlich hinüber und melden uns dann natürlich von dort wieder, sobald es Internet im dortigen Hotel gibt ...

Am zweiten Tag nach einem kurzen Schläfchen heute nacht stiegen wir aus dem Bett und machten uns wieder startklar. Auf Nachfrage, warum kein Wakeup-Call erfolgte, zeigt sich, dass es erst kurz nach 2 ist – also sind wir eine ganze Stunde zu früh aufgestanden, aber Ausruhen ist hier in der Lobby leider unmöglich, wir sind jetzt total wach und schwitzen uns schon den Wolf. Es gibt hier zwar eine Klimaanlage, aber die läuft nur auf kleiner Stufe und es ist daher höllisch schwül, wir haben schon überlegt nocheinmal zu duschen, aber was bringt's, würde ja nur 5 Minuten anhalten ...

Inzwischen ist es Abend, und nach einem harten Tag, wenigen Stunden Schlaf letzte Nacht und dem Flug nach Makassar verbrachten wir ca. 2 Stunden mit einer Abenteuerlichen Autofahrt durch die Stadt auf der Suche nach etwas Aquaristik- und Tauchmaterial zum Keschern und Schnorcheln. Anschließend erlebten wir eine wirklich mörderische Autofahrt mit Überholmanövern, etwas rascher Fahrweise die jeglicher Beschreibung spottet, wir kannten das zwar schon von der letzten Reise nach Sulawesi. Diesmal fand der ganze Spaß aber wenigstens im Hellen statt und man konnte die entgegenkommendenFahrzeuge auf einen zukommen sehen, im Prinzip ging es die ganze Strecke mit Warnblinker und nahezu Tempo 80 km/h bis 100 km/h über ziemlich enge und miese Landstraßen.

Der einzige Erholungspunkt auf der Fahrt war der mittägliche Lunch in einem wirklich netten kleinen Restaurant direkt am Meer. Hier haben wir auch die Kamera geschnappt und uns erst einmal zur angrenzenden Mündung eines kleinen Flusses aufgemacht und auch in der Umgebung einige Eindrücke eingefangen. Nach gutem Essen und ein paar Bier für die alle ausser Chris, ging es dann wieder weiter Richtung Poso-See.

Das Sulawesi doch so eine große Insel ist konnten wir daran feststellen das auch nach einer fast ganztägigen Autofahrt der Poso-See nicht erreicht wurde. Aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse und der riskanten Überholmanöver der uns entgegenkommenden Fahrzeuge machten wir dann notgedrungen in einem kleinen Hotel am Straßenrand halt und schafften es gerade noch bis zum Essen bevor wir todmüde ins Bett fielen. Der nächste Tag begann schon um 6 Uhr morgens da wir auf jeden Fall früh loswollten denn wir hatten ja immer noch ein paar Stunden fahrt vor uns. Erst ging es durch eine Ebene die von großflächigen Reisfeldern geprägt war bevor es dann steil die berge hochging. faszinierend wie schnell sich doch die Vegetation mit abnehmender Temperatur ändert. Hier oben auf ca. 1000 Meter herrschten gemäßigte Temperaturen und viele interessante Pflanzen wie farbenprächtige Orchideen und an Jurassik-Park erinnernde Baumfarne traten immer mehr in den Vordergrund.

Unsere Fahrt wurde durch einen großen Erdrutsch unterbrochen der ja hier in der Gegend des öfteren vorkommt. Glück im Unglück war dann aber das die Aufräumungsarbeiten schon relativ weit fortgeschritten waren und wir somit nicht viel Zeit opfern mussten. Nach wenigen Kilometern wurden wir diesmal jedoch freiwillig aufgehalten weil wir an einer schönen Kaskade ein paar Photo und Filmaufnahmen machen wollten. Nach 3 weiteren Stunden erreichten wir dann endlich den Poso-See und warfen uns gleich in die lauwarmen Fluten. Mit einer Wassertemperatur von 28° Grad kann man es schon eine Weile im Wasser aushalten. Hier fingen wir dann auch unsere ersten Garnelen und auch Schnecken, Krabben und Fische.

Leider mussten wir mit Schrecken feststellen das es keine Wasserpflanzen an dieser Stelle des Poso-See gibt. Vor allem ich als Plantahunter war etwas enttäuscht da wir ja unser Ziel mit den Garnelen, Krabben und Schnecken erreicht hatten. Ausserhalb des Wassers gab es aber eine Vielzahl an interessanten Pflanzen zu beobachten. Der Abend kommt schnell in Sulawesi und um 6 Uhr ist es hier schon fast stockdunkel, da wir ja gute Freunde dabeihaben konnten wir den Abend bei einigen Bierchen (ausser Chris, der trinkt immer nur Wasser oder frisch gepressten Orangensaft), fröhlich ausklingen lassen. Die Nacht wird wieder kurz denn morgen früh beginnt das Abenteuer erneut!

Gute Nacht und Malam aus Sulawesi.

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