Was ist Aquascaping?

 

Eine Kunstform der Natur-Aquaristik

Aquascaping kann man als die modernste Form der Pflanzen-Aquaristik bezeichnen. Es gibt, seit Ludwig Dennerle sich auf die Pflanze als Basis eines stabilen Aquariums konzentriert hat, verschiedene Spielarten der pflanzenorientierten Aquaristik.

Die Dennerle-Philosophie beruht seit jeher auf der Natur-Aquaristik, die versucht mit möglichst wenig Technik und starkem Pflanzenbesatz ein stabiles Ökosystem zu erschaffen - das, wie es in Dennerle-Broschüren in den 70er Jahren hieß "System für funktionierende Aquarien". Nicht zu verwechseln ist der Begriff mit der sogenannten Biotop-Aquaristik, wo naturgetreue Lebensräume des Fischbesatzes nachgestellt werden sollen.

Höllandisch, natürlich, japanisch ...

In den 80er Jahren war ein pflanzenorientiertes Aquarium meist im sogenannten „holländischen Stil“ bepflanzt - eine Art „Schloßgarten unter Wasser“. Die Anordnung der Pflanzen ist klar und streng gruppiert. Stängelpflanzen, die permanent geschnitten und neu gesteckt werden, spielen hier die Hauptrolle.

In den modernen Naturaquarien des Aquascaping werden natürliche Szenen nachgestellt. Moose, Farne, Steine und Wurzeln sind Pflanzen und Materialien, die man in einem Aquarium „im holländischen Stil“ eher selten finden wird. Besonders geprägt hat die Entwicklung des Aquascaping ohne Frage der Naturfotograf und Aquariendesigner Takashi Amano.

 

Was bedeutet nun der Begriff Aquascaping?

Die Natur ist die Inspiration …

Der Name stammt von dem englischen Begriff „landscape“ („Landschaft“). Die Stilformen beim Aquascaping sind in sich wiederum recht unterschiedlich, doch eines haben sie alle gemeinsam – ihre Vorbilder sind Naturlandschaften über Wasser.

Man kann sie jeden Tag bei einem Spaziergang beobachten und studieren. Eine dichtbewaldete Hügelkette oder ein Gebirge, ein dichtbewachsener Hohlweg, Schluchten oder eine eingeschnittene Flusslandschaft. Auch Details, wie z.B. eine mit Moosen bewachsene Felswand oder ein moosbewachsener Baumstumpf können als Vorbild dienen.

… und der Aquascaper ein Künstler…

All diese Impressionen saugt ein „Aquascaper“ in sich auf und im Kopf entstehen die ersten Layouts. Dabei ist es nicht immer wichtig detailgetreu zu arbeiten, sondern die Stimmung, die eine Naturlandschaft vermittelt, im Aquarium mit entsprechenden Pflanzen zu gestalten und zu pflegen.

Der Begriff „Layout“ bezeichnet die Umsetzung einer Gestaltungsidee in ein „Aquarienbild“. Verschiedene Materialien unterstützen den Charakter einer entstehenden Unterwasserlandschaft. Hier findet das Konzept japanischer Ästhetik (Wabi-Sabi) eine kunstvolle Anwendung in der Naturaquaristik.

…, der unterschiedlichste Materialien nutzt…

Mit dem Bodengrundaufbau mit Nährboden, Kies und Sand wird das Fundament für die Modellierung der Steine und Wurzeln gelegt. Dem Aufbau von Steinen und Wurzeln, auch als „Hardscape“ bezeichnet, kommt beim Aquascaping eine bedeutende Rolle zu, worin auch der Hauptunterschied zur klassischen Naturaquaristik liegt.

Es ist schon eine regelrechte Kunstform, geeignete Steine und Wurzeln richtig zu platzieren. Das Sortiment im Handel ist mittlerweile riesengroß und bietet für jede Aquariengröße tolle Gestaltungsmöglichkeiten. Natürlich kann man in der Natur auch etwas selber sammeln, auf die Verträglichkeit im Wasser muss man aber achten; Steine sollten das Wasser nicht aufhärten und Holzmaterial darf nicht faulen.

…um ein Kunstwerk zu erschaffen.

Das ausgesuchte Pflanzenmaterial orientiert sich am Layout wie z.B. eine Gebirgslandschaft mit saftig grünen Almwiesen. Hemianthus callitrichoides ´cuba´ ist eine ideale Pflanze um diesen Eindruck zu vermitteln. Je weiter man vor solch einem bepflanzten Aquarium steht, desto näher kommt man der Vision dieser „Alpenlandschaft“.

„Aquascaping“ ist eine Kunstform und der „Aquascaper“ ist ein Künstler. Wie bei einem Maler entsteht nach Wochen oder Monaten ein Bild, hier ist aber der Unterschied die tägliche Veränderung. Das heißt, es ist auch eine wahres Kunsthandwerk, eine Landschaft zu pflegen bis zum Höhepunkt des perfekten Wachstums der Pflanzen.

Prinzipiell unterliegt das Aquascaping keinen strengen Regeln. Im Gegenteil ist es eher so, dass es als Ziel anzusehen ist, eine ansprechende und teilweise sogar kunstvolle Gestaltung zu erreichen. Die Fantasie des "Scapers" zu beschränken wäre kontraproduktiv. Vor allem wenn man bedenkt, dass gerade sogenannt „Dream-Tanks“ mit echtem Wow-Effekt aufwarten.